Pädagogik

als Erlebnis

Viele denken, dass der Pädagogikunterricht ein trockenes Fach ist, in dem man nur Texte liest, Theorien auswendig lernt und anwendet. Der Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 bei Frau Mues wurde neulich mal wieder genau vom Gegenteil überzeugt: Erlebnispädagogik stand auf dem Plan.

Was genau ist Erlebnispädagogik? Erlebnispädagogik ist eine Art Therapie, die die Menschen herausfordert, an ihre Grenzen gehen lässt und ihre Bedürfnisse nach intensiven Erlebnissen befriedigt. Gerade in den Medien ist immer öfter die Rede von Erlebnispädagogik. In zahlreichen Fernsehsendungen, wie z.B. bei „Teenager außer Kontrolle“, wird dies praktiziert, um den Jugendlichen aus ihren persönlichen Krisen zu helfen.

Zurück zur Schule. Auch hier kann Erlebnispädagogik in Maßen helfen. Unser Pädagogikkurs hat sich zwei Mal praktisch hiermit auseinandergesetzt.

Das erste Mal in Form von Projekten mit Schülern aus der Sekundarstufe 1, bei denen sie selbst die Leitung übernahmen.

Das zweite Mal waren sie selbst gefragt. Frau Mues und vier Schülerinnen woben in der großen Pause ein „Spinnennetz“ aus Wolle von der einen Seite des Raumes zur anderen, um die ahnungslosen Mitschüler zu überraschen. Die Aufgabe der Schüler war es nun, von der einen Seite des Netzes zur anderen zu gelangen, ohne dabei das Netz zu berühren. Hierbei sollte beachtet werden, dass jedes Loch nur einmal durchstiegen, durchkrochen, durchklettert etc. werden durfte.

Der erste Versuch bei 12ern ging komplett daneben! Jeder suchte sich ein Loch und versuchte auf eigener Faust auf die andere Seite zu gelangen. Letztendlich standen ca. 7 Schüler ohne Loch, ohne Hilfe, ohne Perspektive auf die andere Seite zu kommen.

Neue Runde, neues Glück. Beim zweiten Anlauf lief es wesentlich besser. Aus den Fehlern wurde gelernt und es wurde ein Plan erstellt.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten sich ab jetzt kooperativ von rechts nach links, von Loch zu Loch durch und schafften es schließlich gemeinsam auf die andere Seite zu kommen. Sie arbeiteten zusammen, sprachen sich ab, schoben Tische, Stühle und sogar Schüler durch den Raum. Somit wurde den Schülerinnen und Schülern gezeigt, dass Erlebnispädagogik wirklich den Zusammenhalt einer Gruppe fördert und wie wichtig kooperatives Handeln ist.

Dennoch braucht man wesentlich mehr Zeit bemerkbare Erfolge erzielen zu können, um ein noch besseres Klassenklima zu schaffen.

Hiermit haben wir den Beweis dafür, dass Pädagogik alles andere als trocken sein kann!!