Religion
Schulgottesdienst der 5. und 6. Klassen am 12.4.2000
Thema: Wir leben zusammen - nach welchen Regeln?(Die 10 Gebote im Schulalltag)
Die Einleitung: Gott, der dich aus der Knechtschaft aus Ägypten geführt hat:
Ich lasse mich von dem führen, dem ich glauben kann, was er sagt, den ich ernst nehme, weil er für mich da ist.
Aus der Knechtschaft heißt, ich muss auf die Tonangeber in der Klasse nicht hören.

Das erste und zweite Gebot

Keine anderen Götter, und kein Götterbild, dem ich mich unterordne: So viele Herrgötter wollen immer über mich bestimmen: - Der Cliquenboss, der mich kommandieren will - Fußballfans, die von mir den Beifall für ihre Mannschaft fordern, sonst nehmen sie mich nicht für voll - Muss ich jeden neuen Hit kennen, um mitreden zu dürfen? - Lachen mich andere aus, wenn ich keine Markenklamotten trage? Ich will mich nicht von dem blenden lassen, womit andere angeben!
Das dritte Gebot

Gottes Namen nicht eigenmächtig verwenden: An unserer Schule sind Schüler aus verschiedenen Religionen und Bekenntnissen. Keiner darf weniger wert sein, aber auch keiner soll denken, er wäre mit seiner eigenen Religion der bessere Mensch.
Das vierte Gebot

Den Sabbat einhalten: Ich brauche einen Ruhetag, eine Zeit zum abschalten und Luftholen. Gönne ich mir das, oder ist der Sonntag ein Tag der Langeweile, die ich mit action und Videos vertreiben muss? Wie gehe ich in die nächste Woche? Ausgeruht oder gestresst?
Das fünfte Gebot

Vater und Mutter ehren: Hört einander zu in der Familie und in der Klasse. Aber manchmal fühle ich mich von Eltern und Lehrern genervt. Sie wollen etwas anderes als ich will, da möchte ich lieber weghören. Aber ich möchte von ihnen auch Geborgenheit und Hilfe, und so viele Informationen über alles, was ich noch nicht kenne, aber brauche, um selbstständig zu werden.
Das sechste Gebot

Töte niemanden: Wir lesen in der Zeitung von Amokläufern, die auf ihre Lehrer und Mitschüler schießen. Dabei müssen wir hier nicht an solche schlimmen Nachrichten denken, denn es gibt genug andere Wege, anderen das Leben schwer zu machen: - Seine Mitschüler schlagen - Wehrlose schickanieren - Andere ausgrenzen, die ganze Klasse gegen einen aufbringen.
Das siebte Gebot

Sich nicht unzüchtig verhalten In der Bibel schützt dieses Gebot die Ehe und Familie. Für uns vielleicht auch jede Gemeinschaft: - Ich will darum keine Freundschaft kaputtmachen, indem ich darüber schlecht rede. - Ich will das Vertrauen von Freunden nicht ausnutzen. - Ich werde sie nicht vor den Kopf stoßen, indem ich ihre persönlichen Geheimnisse ausplaudere. - Sich nicht unzüchtig verhalten: Das meint auch jede dumme Anmache, mit der sich einer wichtig tut.
Das achte Gebot

Nicht stehlen: Das meint nicht nur das Wegnehmen von Sachen, die uns nicht gehö-ren. Mit Quatschen und Stören im Unterricht stehlen wir anderen ihre Zeit, ihre Nerven, ihre Konzentration und ihr Recht auf erfolgreiches Lernen. Störer sind Zeitdiebe. Hausaufgaben von anderen abschreiben? Möchtest du, dass ein anderer mit deinen Ideen auf deine Kosten glänzt und dir deine gute Note weg-nimmt?
Das neunte Gebot

Nichts falsches über die anderen sagen: Wie stark fühlen wir uns, wenn wir zusammen über einen anderen herziehen können, wenn wir im Mobbing kräftig mitmischen: - die Leistung anderer als "Zufall" niedermachen - Zettel in Umlauf bringen mit der Aufschrift "Schüler sowieso ist geistig behindert" und andere Beschimpfungen. Möchtest du in einem vergifteten Klima leben und lernen?
Das zehnte Gebot

Nicht neidisch darauf sehen, was der andere hat: Ich will mich an dem, was ich habe, freuen können, denn ich bin nicht weniger wert als andere, die mehr oder angeblich Besseres haben als ich.
